Druckbunt.

Zeichnen lernen

Zeichnen Schritt für Schritt: jedes Motiv als A4-Blatt mit sechs nummerierten Feldern, vom ersten Umriss bis zum fertigen Bild.

Auf jedem Blatt dieser Reihe steht dieselbe Zeichnung sechsmal nebeneinander, von der ersten großen Form bis zum fertigen Bild — und jedes Feld enthält alles, was im Feld davor stand.

Diese Seite sammelt die Schritt-für-Schritt-Blätter dieser Website. Jedes davon ist eine einzelne A4-Seite mit sechs nummerierten Feldern: Im ersten steht die größte Form der Zeichnung allein auf dem Papier, im letzten das vollständige Motiv, und dazwischen kommt in jedem Feld etwas dazu, ohne dass jemals etwas verschwindet. Wer nachzeichnen möchte, hat damit sechs Zwischenstände vor sich statt eines fertigen Bildes, das man nur bewundern kann.

Der Unterschied zu einem Ausmalbild ist grundsätzlich, auch wenn beides auf demselben Papier landet. Ein Ausmalbild ist fertig und wartet auf Farbe; ein Schrittblatt ist eine Anleitung und wartet auf einen Stift. Beide Sorten gibt es auf dieser Website, sie stammen zum Teil sogar von denselben Zeichnungen — mehrere Motive hier sind dieselbe Grafik, die anderswo als Ausmalvorlage angeboten wird —, aber sie werden anders benutzt. Wer beides nebeneinander ausdruckt, kann ein Motiv erst nachzeichnen und die eigene Zeichnung danach mit der Vorlage vergleichen.

Wie die sechs Felder entstehen, ist kein Geheimnis und sollte auch keins sein: Sie werden nicht einzeln gezeichnet, sondern aus einer einzigen fertigen Zeichnung abgeleitet. Ein Programm findet darin alle geschlossenen Flächen, ordnet sie nach Größe und blendet sie der Reihe nach ein. Das hat einen handfesten Vorteil — jedes Feld enthält garantiert alles aus dem Feld davor, und am Ende steht garantiert genau die Zeichnung von oben — und eine ebenso handfeste Grenze: Die Reihenfolge folgt der Fläche und nicht dem Unterricht. Auf mehreren Blättern kommt deshalb der Kopf eines Tieres erst an vierter Stelle, weil der Rumpf die größere Fläche ist. Das ist kein Vorschlag, so vorzugehen; es ist die ehrliche Beschreibung dessen, was auf dem Blatt zu sehen ist.

Für das eigene Zeichnen ist diese Umkehrung sogar nützlich. Wer ein Motiv nachzeichnen will, liest die Felder am besten nicht als Arbeitsschritte, sondern als Zerlegung: Sie zeigen, aus welchen Teilen die Zeichnung besteht und welcher Teil wie groß ist. Die eigentliche Reihenfolge sucht man sich danach selbst — bei Tieren meist Körper, Kopf, Beine, Details; bei Gegenständen meist der Umriss zuerst. Auf jeder einzelnen Seite steht dazu ein Absatz, der sagt, womit man auf diesem Motiv sinnvollerweise anfängt, und er weicht oft bewusst von der Reihenfolge auf dem Blatt ab.

Ausgedruckt lässt sich ein solches Blatt auf mehrere Arten benutzen. Am einfachsten legt man ein leeres Blatt daneben und zeichnet Feld für Feld mit. Wer sich schwertut, legt Transparent- oder dünnes Druckerpapier direkt auf ein Feld und zeichnet die Linien durch; das ist keine Schummelei, sondern eine seit Jahrhunderten übliche Übung, bei der die Hand die Formen lernt, bevor das Auge sie treffen kann. Fortgeschrittene decken die Felder zwei bis sechs ab, zeichnen nur das erste ab und versuchen den Rest aus dem Gedächtnis — und decken erst danach auf.

Die Motive sind bewusst gemischt: Tiere, Pflanzen, Fahrzeuge, ein Haus, ein Stern. Der Grund ist, dass sie unterschiedlich schwer sind und man das an ihnen sehen soll. Ein Auto und ein Pinguin bestehen aus einer Handvoll großer Flächen und sind in wenigen Minuten nachgezeichnet; ein Drache, ein Haus oder ein Schmetterling haben Dutzende von Einzelteilen und brauchen einen ganzen Nachmittag. Wer mit dem Zeichnen anfängt, sollte bei den einfachen beginnen — nicht weil die schwierigen zu schwer wären, sondern weil ein fertiges Bild nach zehn Minuten mehr trägt als ein halb fertiges nach einer Stunde.

Alle Zeichnungen auf dieser Seite sind von uns selbst hergestellt, und in keiner einzigen steht ein Wort. Das ist Absicht: Die Nummern der sechs Felder, der Titel und die Bildunterschrift werden erst beim Setzen der Seite als echter Text über die Grafik gelegt. Dadurch bleibt die Schrift in jeder Auflösung scharf, sie lässt sich von Vorlesesoftware erfassen, und dieselbe Zeichnung kann ohne Änderung in einer anderen Sprache erscheinen. Für den Ausdruck heißt das vor allem eins: Was aus dem Drucker kommt, ist die Zeichnung mit ihren Nummern — kein Wasserzeichen, keine Werbung, kein aufgedruckter Seitenname.

Alle Blätter sind kostenlos, brauchen keine Anmeldung und dürfen zuhause wie in der Schule ausgedruckt und kopiert werden. Für den Unterricht sind sie insofern praktisch, als jedes Blatt für sich steht: Man braucht keine Reihenfolge, kein Vorwissen und kein Material außer Papier und einem Stift. Wer eine ganze Stunde damit füllen möchte, druckt zwei unterschiedlich schwere Motive aus und lässt die Klasse selbst wählen — die Erfahrung, ein Motiv zu Ende gebracht zu haben, ist der Punkt, und der stellt sich bei einem einfachen Motiv sicherer ein als bei einem anspruchsvollen.

Die Blätter dieser Reihe sind auf zwei verschiedene Arten entstanden, und das ist kein Zufall der Verwaltung, sondern für den Ausdruck ein Unterschied. Die älteren Motive sind Zeichnungen, die es auf dieser Website auch als Ausmalbild gibt: dieselbe Grafik, einmal fertig zum Ausmalen und einmal in sechs Schritte zerlegt. Die neueren Motive wurden eigens für diese Reihe gezeichnet und kommen nirgendwo sonst vor; sie sind mit der doppelten Kantenlänge angelegt, weil aus ihnen sechs Einzelbilder abgeleitet werden und jedes davon für sich lesbar bleiben soll. Wer die Blätter nebeneinanderlegt, sieht den Unterschied vor allem an den feinen Linien.

Beim Durchblättern fällt außerdem auf, dass die Reihenfolge der sechs Felder von Blatt zu Blatt sehr unterschiedlich ausfällt, und das lohnt einen Blick, bevor man loslegt. Bei manchen Motiven fällt sie mit dem zusammen, was man ohnehin täte: Beim Ahornblatt setzt jedes Feld genau einen Lappen, beim Regenbogen wächst der Bogen von außen nach innen. Bei anderen ist sie das genaue Gegenteil — die Erdbeere bekommt ihren Umriss erst im letzten Feld, der Papagei seinen Kopf, und der Frosch sitzt fünf Felder lang ohne Rumpf da. Beides ist richtig, weil beides dieselbe Regel ist: Die größte geschlossene Fläche kommt zuerst. Auf jeder einzelnen Seite steht, wo die Reihenfolge des Blattes und die des Nachzeichnens auseinandergehen.

Die Motive selbst sind bewusst weit gestreut. Es gibt Tiere in großer Zahl, dazu Pflanzen, Fahrzeuge, Essen, Wetter und ein paar reine Formen wie Herz, Stern und Schleife. Diese Mischung hat einen praktischen Zweck: Sie enthält für jedes Alter etwas. Eine Schleife, ein Herz oder ein Blatt bestehen aus einer Handvoll großer Flächen und sind in wenigen Minuten nachgezeichnet; ein Papagei, ein Zuckerschädel oder eine Sonnenblume haben Dutzende von Einzelteilen und füllen einen ganzen Nachmittag. Wer mit dem Zeichnen anfängt, sucht sich am besten ein Motiv mit wenigen Feldern und geraden Kanten und arbeitet sich von dort aus vor.

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