Baum zeichnen — Schritt für Schritt
Ein Laubbaum mit sechs Laubballen und Grasbüschel, in sechs Feldern aufgebaut — als kostenloses A4-Blatt zum Ausdrucken.

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PDF · A4 · 50 KB · Kostenlos, ohne Anmeldung. Für den privaten und schulischen Gebrauch.
Die sechs Felder, eins nach dem anderen
Jedes Feld übernimmt alle Linien des vorherigen und ergänzt sie; im sechsten steht die fertige Zeichnung. Die Reihenfolge folgt der Größe der Flächen — die größte geschlossene Fläche zuerst, die kleinste zuletzt. Das ist keine Lernmethode, sondern die Art, wie dieses Blatt gebaut wurde, und es ist das, was wir nachprüfen können.
Von uns aus einer einzigen Zeichnung abgeleitete Schrittfolge: Jeder Schritt behält die Linien des vorherigen und ergänzt sie.

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Der Baum auf diesem Blatt ist ein breiter Laubbaum. Aus einem dicken Stamm wachsen zwei kräftige Äste, die sich weiter oben noch einmal gabeln; darüber liegen sechs runde Laubballen, die einander teilweise überlappen und zusammen eine breite Krone bilden. Am Fuß steht ein Grasbüschel, und rechts daneben liegen drei einzelne Blätter auf dem Boden. Gemessen hat die Zeichnung 17 geschlossene Flächen — Stamm mit Ästen, die sechs Ballen, das Gras, sechs kleine Lücken zwischen den Ästen und die drei Blätter.
Die Folge beginnt mit dem Stamm samt Astgabeln und dem kleinen Grasbüschel direkt daran. Im zweiten Feld kommen zwei Laubballen dazu, im dritten einer, im vierten zwei weitere, im fünften der letzte Ballen und die breitere Grasfläche. Das sechste Feld setzt nur noch die drei gefallenen Blätter. Wer nachzählt, kommt bei den Ballen auf sechs — nicht auf fünf, wie eine flüchtige Betrachtung des fertigen Bildes nahelegt, weil zwei von ihnen einander stark überlappen.
Zum Nachzeichnen ist die Reihenfolge auf dem Blatt hier ausnahmsweise auch eine gute Arbeitsreihenfolge: Der Stamm zuerst gibt der ganzen Zeichnung ihre Höhe und Breite vor, und die Krone lässt sich anschließend so groß machen, wie noch Platz ist. Wer umgekehrt mit der Krone anfängt, landet fast immer bei einem Stamm, der zu kurz oder zu dünn geraten ist, weil der Platz nach unten schon aufgebraucht war.
Die Laubballen sind der Punkt, an dem ein gezeichneter Baum kippt. Werden sie als saubere Halbkreise angelegt, sieht der Baum aus wie ein Lutscher. Auf der Vorlage sind sie stattdessen aus vielen kleinen Bögen zusammengesetzt, die unregelmäßig groß sind, und genau diese Unregelmäßigkeit macht den Unterschied. Ein guter Trick dafür: die Bögen ohne abzusetzen in einer einzigen wackeligen Linie ziehen und nicht Bogen für Bogen — die Hand erzeugt die nötige Ungleichmäßigkeit von allein.
Die drei Blätter am Boden sind mehr als Dekoration. Sie geben dem Baum eine Jahreszeit: mit ihnen Herbst, ohne sie jeder andere Monat. Wer das Blatt als Frühlingsbaum haben möchte, lässt sie beim Nachzeichnen einfach weg und setzt stattdessen ein paar kleine Punkte in die Krone. Weil sie auf dem Vorlagenblatt im letzten Feld allein stehen, ist gut zu sehen, wie wenig Strich für diese Entscheidung nötig ist.
Ein Baum ist außerdem eines der wenigen Motive, bei denen sich das Zeichnen mit dem Hinausgehen verbinden lässt. Wer die Vorlage einmal abgezeichnet hat und anschließend vor einen echten Baum tritt, sieht ziemlich schnell, worin sich beide unterscheiden: Der echte Stamm ist selten so gerade, die Äste gehen nicht gleichmäßig nach beiden Seiten, und die Krone hat unten fast immer eine flachere Kante als oben. Diese drei Beobachtungen reichen aus, um aus dem nachgezeichneten Baum einen eigenen zu machen — ohne dass man dafür etwas Neues können müsste. Die Vorlage liefert dabei die Grundform, die Beobachtung liefert die Abweichung, und die Abweichung ist es, die eine Zeichnung interessant macht.
Ein Baum ist das Motiv, an dem sich am deutlichsten zeigt, wie unterschiedlich Zeichnen und Sehen sein können. Fast jedes Kind zeichnet einen Baum als Stiel mit einer runden Krone, und fast kein echter Baum sieht so aus. Das liegt nicht an mangelnder Beobachtung, sondern daran, dass wir Bäume normalerweise als Zeichen benutzen und nicht als Gegenstand: Der runde Baum bedeutet Baum, so wie ein Strichmännchen Mensch bedeutet. Die Vorlage auf diesem Blatt liegt bewusst zwischen beidem — sie ist noch klar und einfach genug, um als Zeichen zu funktionieren, hat aber mit ihren mehreren überlappenden Laubballen und den unterschiedlich dicken Ästen genug Unregelmäßigkeit, dass sie nicht wie ein Symbol wirkt. Wer möchte, kann sie als Zwischenstation benutzen: erst den Zeichen-Baum, dann diesen, dann einen echten vor dem Fenster.
Ein Wort dazu, wie die sechs Felder auf diesem Blatt entstanden sind, weil es den Umgang damit erleichtert: Sie sind nicht sechsmal einzeln gezeichnet, sondern aus einer einzigen fertigen Zeichnung abgeleitet. Ein Programm sucht darin alle geschlossenen Flächen, sortiert sie nach Größe und blendet sie der Reihe nach ein — die größte zuerst, die kleinste zuletzt. Deshalb enthält jedes Feld garantiert alles, was im Feld davor stand, und deshalb steht am Ende genau die Zeichnung, die oben auf dem Blatt zu sehen ist. Was diese Reihenfolge nicht ist: ein Unterrichtsvorschlag. Sie folgt der Fläche und nicht der Didaktik, und an mehreren Stellen kommt deshalb etwas Großes spät oder etwas Kleines früh, als es eine Zeichenlehrerin anordnen würde. Wer die Felder in einer anderen Reihenfolge abarbeitet, macht nichts falsch; das Blatt zeigt, woraus die Zeichnung besteht, und nicht, in welcher Reihenfolge sie entstehen muss.
Zur Herstellung dieser Vorlage: Der Umriss wird mit einem Bildgenerator gezeichnet und anschließend von uns von Hand geprüft — jede Datei durchläuft vor der Veröffentlichung eine automatische Kontrolle auf geschlossene, ausmalbare Flächen, saubere Linien und einen durchgehend weißen Papiergrund, und wir sehen uns jede Grafik zusätzlich selbst an. In der Zeichnung selbst steht kein einziges Wort: Titel, Bildunterschrift und — bei den Deckblättern — die Feldbezeichnungen setzen wir separat als echten, auswählbaren Text über die Grafik. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber eingescannten oder als Bild eingebauten Beschriftungen: Der Text bleibt in jeder Auflösung scharf, lässt sich von Vorlesesoftware erfassen und macht die PDF-Datei kleiner. Mehr zu unserer Arbeitsweise steht unter Quellen & Methode.
Tipp zum Drucken
- Am besten auf normalem 80-g-Kopierpapier drucken. Im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ statt „An Seite anpassen“ wählen, damit die sechs Felder gleich groß bleiben und der Raster nicht verzerrt — das Blatt ist für A4 gesetzt.
- Beim Nachzeichnen mit dem Stamm anfangen: Er legt Höhe und Breite fest, und für die Krone bleibt danach genau der Platz, der übrig ist.
- Die Laubballen in einer durchgehenden wackeligen Linie ziehen, nicht Bogen für Bogen — sonst wird aus dem Baum ein Lutscher.
- Die drei Blätter am Boden weglassen macht aus dem Herbstbaum jede andere Jahreszeit; mehr Strich braucht diese Entscheidung nicht.
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