Einhorn zeichnen — Schritt für Schritt
Ein stehendes Einhorn im Profil mit gedrehtem Horn und langer Mähne, in sechs Feldern aufgebaut — als kostenloses A4-Blatt zum Ausdrucken.

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PDF · A4 · 70 KB · Kostenlos, ohne Anmeldung. Für den privaten und schulischen Gebrauch.
Die sechs Felder, eins nach dem anderen
Jedes Feld übernimmt alle Linien des vorherigen und ergänzt sie; im sechsten steht die fertige Zeichnung. Die Reihenfolge folgt der Größe der Flächen — die größte geschlossene Fläche zuerst, die kleinste zuletzt. Das ist keine Lernmethode, sondern die Art, wie dieses Blatt gebaut wurde, und es ist das, was wir nachprüfen können.
Von uns aus einer einzigen Zeichnung abgeleitete Schrittfolge: Jeder Schritt behält die Linien des vorherigen und ergänzt sie.

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Das Einhorn steht im Profil und schaut nach links. Es ist schlanker gebaut als das Pferd zwei Seiten weiter, mit längeren Beinen und einem feineren Kopf. Auf der Stirn sitzt ein gerades, spitzes Horn mit einer eingedrehten Rille, dahinter ein kleines Ohr. Mähne und Schweif sind sehr lang und in mehrere geschwungene Strähnen aufgelöst, die sich an den Enden einrollen; ein Halfter oder Zaumzeug gibt es nicht.
Die Folge beginnt großzügig: Im ersten Feld stehen bereits der Kopf mit Horn, Ohr, Auge und Maul sowie Hals, Rücken, Bauch und zwei Beine — dazu eine erste Mähnensträhne an der Schulter. Feld zwei und drei setzen je ein weiteres Bein. Ab dem vierten Feld geht es nur noch um Haar: zwei Mähnensträhnen und eine Schweifsträhne im vierten, zwei weitere Mähnen- und zwei Schweifsträhnen im fünften, die restlichen Locken im sechsten. Anders gesagt: Die Hälfte dieses Blattes besteht aus Frisur.
Beim Nachzeichnen ist genau das die gute Nachricht. Der Körper ist eine Pferdesilhouette, und die lässt sich wie beim Pferd über zwei Kreise für Brust und Hinterhand aufbauen. Alles, was danach kommt, ist frei: Wie viele Strähnen die Mähne hat, wie weit sie fällt und wie eng sich die Enden einrollen, ist auf der Vorlage eine Entscheidung und keine anatomische Vorgabe. Zwei Einhörner mit demselben Körper und unterschiedlicher Mähne sehen aus wie zwei verschiedene Tiere.
Das Horn ist kürzer, als die meisten es zeichnen. Auf der Vorlage misst es ungefähr so viel wie der Kopf lang ist, und es steht gerade nach vorn-oben, nicht senkrecht. Ein zu langes Horn kippt das ganze Bild ins Comichafte, ein senkrecht stehendes lässt das Tier wie aufgespießt wirken. Die eingedrehte Rille darauf ist eine einzige Spirallinie und braucht keine Sorgfalt — sie liest sich auch dann als gedreht, wenn sie ungleichmäßig ist.
Der Schweif setzt bei diesem Motiv höher an als beim Pferd und fällt in einem breiten Bogen fast bis zum Boden. Wer beide Blätter nebeneinanderlegt, sieht den Unterschied sofort — und er ist einer der Gründe, warum ein Einhorn nicht einfach ein Pferd mit Horn ist. Die anderen sind die längeren Beine und der schmalere Kopf.
Beim Ausmalen gilt hier dasselbe wie beim Drachen: Es gibt keine richtige Farbe. Weiß mit einer bunten Mähne ist die verbreitetste Wahl, aber gerade weil Mähne und Schweif in einzelne Strähnen geteilt sind, lohnt sich ein Regenbogen strähnchenweise — jede Strähne ein anderer Ton, in der Reihenfolge des Spektrums. Das ist mit Buntstiften in wenigen Minuten gemacht und sieht aufwendiger aus, als es ist.
Das Einhorn ist eines der wenigen Fabelwesen, das über Jahrhunderte hinweg als real galt: In mittelalterlichen Bestiarien steht es neben Löwen und Elefanten, und Hörner, die man ihm zuschrieb, wurden teuer gehandelt — es waren die Stoßzähne des Narwals. Seine heutige Gestalt als weißes Pferd mit gedrehtem Horn ist erst später entstanden; ältere Darstellungen zeigen es eher als Ziege oder als Mischwesen mit gespaltenen Hufen und einem Bart. Für das Zeichnen heißt das dasselbe wie beim Drachen: Es gibt keine falsche Version. Wer eine ungewöhnlichere Variante versuchen möchte, gibt dem Tier einen Ziegenbart und geteilte Hufe und bleibt damit näher an der ursprünglichen Vorstellung als jede moderne Abbildung — und bekommt zugleich ein Bild, das niemand sonst so zeichnet.
Ein Wort dazu, wie die sechs Felder auf diesem Blatt entstanden sind, weil es den Umgang damit erleichtert: Sie sind nicht sechsmal einzeln gezeichnet, sondern aus einer einzigen fertigen Zeichnung abgeleitet. Ein Programm sucht darin alle geschlossenen Flächen, sortiert sie nach Größe und blendet sie der Reihe nach ein — die größte zuerst, die kleinste zuletzt. Deshalb enthält jedes Feld garantiert alles, was im Feld davor stand, und deshalb steht am Ende genau die Zeichnung, die oben auf dem Blatt zu sehen ist. Was diese Reihenfolge nicht ist: ein Unterrichtsvorschlag. Sie folgt der Fläche und nicht der Didaktik, und an mehreren Stellen kommt deshalb etwas Großes spät oder etwas Kleines früh, als es eine Zeichenlehrerin anordnen würde. Wer die Felder in einer anderen Reihenfolge abarbeitet, macht nichts falsch; das Blatt zeigt, woraus die Zeichnung besteht, und nicht, in welcher Reihenfolge sie entstehen muss.
Zur Herstellung dieser Vorlage: Der Umriss wird mit einem Bildgenerator gezeichnet und anschließend von uns von Hand geprüft — jede Datei durchläuft vor der Veröffentlichung eine automatische Kontrolle auf geschlossene, ausmalbare Flächen, saubere Linien und einen durchgehend weißen Papiergrund, und wir sehen uns jede Grafik zusätzlich selbst an. In der Zeichnung selbst steht kein einziges Wort: Titel, Bildunterschrift und — bei den Deckblättern — die Feldbezeichnungen setzen wir separat als echten, auswählbaren Text über die Grafik. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber eingescannten oder als Bild eingebauten Beschriftungen: Der Text bleibt in jeder Auflösung scharf, lässt sich von Vorlesesoftware erfassen und macht die PDF-Datei kleiner. Mehr zu unserer Arbeitsweise steht unter Quellen & Methode.
Tipp zum Drucken
- Am besten auf normalem 80-g-Kopierpapier drucken. Im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ statt „An Seite anpassen“ wählen, damit die sechs Felder gleich groß bleiben und der Raster nicht verzerrt — das Blatt ist für A4 gesetzt.
- Den Körper wie beim Pferd über zwei Kreise aufbauen — Mähne und Schweif sind danach frei erfunden und machen aus demselben Körper ein anderes Tier.
- Das Horn ungefähr so lang wie den Kopf zeichnen und nach vorn-oben richten, nicht senkrecht.
- Mähne und Schweif strähnchenweise in unterschiedlichen Tönen anlegen; die Vorlage ist dafür bereits in einzelne Locken geteilt.
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