Pferd zeichnen — Schritt für Schritt
Ein stehendes Pferd im Profil mit Halfter und wehender Mähne, in sechs Feldern aufgebaut — als kostenloses A4-Blatt zum Ausdrucken.

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PDF · A4 · 56 KB · Kostenlos, ohne Anmeldung. Für den privaten und schulischen Gebrauch.
Die sechs Felder, eins nach dem anderen
Jedes Feld übernimmt alle Linien des vorherigen und ergänzt sie; im sechsten steht die fertige Zeichnung. Die Reihenfolge folgt der Größe der Flächen — die größte geschlossene Fläche zuerst, die kleinste zuletzt. Das ist keine Lernmethode, sondern die Art, wie dieses Blatt gebaut wurde, und es ist das, was wir nachprüfen können.
Von uns aus einer einzigen Zeichnung abgeleitete Schrittfolge: Jeder Schritt behält die Linien des vorherigen und ergänzt sie.

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Das Pferd steht im Profil und blickt nach links. Es trägt ein Halfter mit Nasenriemen, Backenstück und einem runden Beschlag an der Seite; die Mähne weht nach hinten, der Schweif in mehreren Strähnen ebenfalls. Über Hals, Schulter und Hinterhand laufen einige feine Linien, die die Muskeln andeuten, und alle vier Beine enden in einem deutlich abgesetzten Huf.
Auf dem Blatt entsteht zuerst der komplette Rumpf — Hals, Rücken, Brust, Bauch, Hinterhand — zusammen mit zwei der vier Beine. Das zweite Feld setzt ein drittes Bein, das dritte den Schweif. Und dann kommt die Überraschung dieses Blattes: Der Kopf steht erst im vierten Feld da, gemeinsam mit dem vierten Bein. Fünftes und sechstes Feld ergänzen Maul, Mähnensträhnen und weitere Schweifsträhnen. Ein Pferd, dessen Kopf an vierter Stelle kommt, ist keine Zeichenanleitung — es ist die Folge davon, dass der Rumpf die mit Abstand größte geschlossene Fläche des Bildes ist und der Kopf eine vergleichsweise kleine.
Wer selbst zeichnet, fängt sinnvollerweise mit zwei Kreisen an: einem größeren für die Brust, einem etwas kleineren für die Hinterhand, verbunden durch eine leicht durchhängende Rückenlinie. Aus diesen beiden Kreisen ergeben sich Länge und Höhe des Pferdes, bevor ein einziges Bein gezeichnet ist. Der Hals wächst dann als kräftiger Bogen aus dem vorderen Kreis, und der Kopf ist ungefähr so lang wie der Hals breit ist.
Die Beine sind bei jedem gezeichneten Pferd die schwierigste Stelle, und der Grund ist fast immer derselbe: Sie werden zu gerade. Auf der Vorlage hat jedes Bein zwei deutliche Knicke — einen oben am Ellbogen beziehungsweise am Sprunggelenk, einen weiter unten am Fessel. Wer diese beiden Knicke setzt, bevor er die Beinkontur zieht, bekommt ein Bein, das trägt. Wer sie weglässt, bekommt einen Stelzenläufer.
Das Halfter ist der Teil, den man beim Nachzeichnen am ehesten weglassen kann. Ein Pferd ohne Halfter wirkt sofort freier und wilder, und der Kopf wird dadurch leichter, weil zwei Riemen und ein Beschlag weniger darin liegen. Umgekehrt lässt sich mit dem Halfter auch spielen: Ein zweiter Riemen als Zügel nach hinten, und aus dem stehenden Pferd wird ein geführtes.
Für ein Pferd in Bewegung reicht auf dieser Grundform eine einzige Änderung: Ein Vorderbein angewinkelt nach vorn, das diagonal gegenüberliegende Hinterbein nach hinten gestreckt, und aus dem stehenden Tier wird ein gehendes. Die Rückenlinie bleibt dabei unverändert, und das ist der Punkt: Bewegung entsteht bei einem Vierbeiner fast ausschließlich an den Beinen, nicht am Rumpf. Wer es ausprobieren möchte, druckt das Blatt zweimal aus, zeichnet einmal die Vorlage genau ab und einmal denselben Körper mit veränderten Beinen. Nebeneinander gelegt zeigen die beiden Blätter deutlicher als jede Erklärung, wie wenig Strich für den Unterschied nötig ist.
Pferde gehören zu den am häufigsten gezeichneten Tieren überhaupt, und sie gehören zugleich zu den am schwersten zu zeichnenden. Der Grund ist ihre Bekanntheit: Fast jeder weiß, wie ein Pferd aussieht, und deshalb fällt jeder Fehler sofort auf. Bei einem Fantasietier merkt niemand, wenn ein Bein zu lang ist; bei einem Pferd merkt es jeder. Wer damit umgehen möchte, hat zwei Wege. Der eine ist Übung an genau den Stellen, an denen es hakt — meist sind das die Beine und der Übergang vom Hals zum Kopf. Der andere ist, das Pferd bewusst zu vereinfachen, bis es nicht mehr als Abbild gelesen wird, sondern als Zeichnung: kürzere Beine, größerer Kopf, weichere Linien. Beide Wege sind legitim, und beide führen zu Bildern, die man aufhängen kann. Was selten funktioniert, ist der Versuch, ein realistisches Pferd ohne Übung zu treffen.
Ein Wort dazu, wie die sechs Felder auf diesem Blatt entstanden sind, weil es den Umgang damit erleichtert: Sie sind nicht sechsmal einzeln gezeichnet, sondern aus einer einzigen fertigen Zeichnung abgeleitet. Ein Programm sucht darin alle geschlossenen Flächen, sortiert sie nach Größe und blendet sie der Reihe nach ein — die größte zuerst, die kleinste zuletzt. Deshalb enthält jedes Feld garantiert alles, was im Feld davor stand, und deshalb steht am Ende genau die Zeichnung, die oben auf dem Blatt zu sehen ist. Was diese Reihenfolge nicht ist: ein Unterrichtsvorschlag. Sie folgt der Fläche und nicht der Didaktik, und an mehreren Stellen kommt deshalb etwas Großes spät oder etwas Kleines früh, als es eine Zeichenlehrerin anordnen würde. Wer die Felder in einer anderen Reihenfolge abarbeitet, macht nichts falsch; das Blatt zeigt, woraus die Zeichnung besteht, und nicht, in welcher Reihenfolge sie entstehen muss.
Zur Herstellung dieser Vorlage: Der Umriss wird mit einem Bildgenerator gezeichnet und anschließend von uns von Hand geprüft — jede Datei durchläuft vor der Veröffentlichung eine automatische Kontrolle auf geschlossene, ausmalbare Flächen, saubere Linien und einen durchgehend weißen Papiergrund, und wir sehen uns jede Grafik zusätzlich selbst an. In der Zeichnung selbst steht kein einziges Wort: Titel, Bildunterschrift und — bei den Deckblättern — die Feldbezeichnungen setzen wir separat als echten, auswählbaren Text über die Grafik. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber eingescannten oder als Bild eingebauten Beschriftungen: Der Text bleibt in jeder Auflösung scharf, lässt sich von Vorlesesoftware erfassen und macht die PDF-Datei kleiner. Mehr zu unserer Arbeitsweise steht unter Quellen & Methode.
Tipp zum Drucken
- Am besten auf normalem 80-g-Kopierpapier drucken. Im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ statt „An Seite anpassen“ wählen, damit die sechs Felder gleich groß bleiben und der Raster nicht verzerrt — das Blatt ist für A4 gesetzt.
- Mit zwei Kreisen anfangen — einem für die Brust, einem für die Hinterhand — und sie mit einer leicht durchhängenden Rückenlinie verbinden. Länge und Höhe stehen damit fest.
- Vor der Beinkontur die beiden Knicke jedes Beins markieren: einen oben am Gelenk, einen unten am Fessel. Gerade Beine sind der häufigste Fehler bei diesem Motiv.
- Das Halfter lässt sich beim Nachzeichnen ersatzlos weglassen — das Pferd wirkt dann freier und der Kopf wird deutlich einfacher.
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