Eule zeichnen — Schritt für Schritt
Eine Eule auf einem Ast mit sehr großen Augen, in sechs Feldern aufgebaut — als kostenloses A4-Blatt zum Ausdrucken.

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PDF · A4 · 58 KB · Kostenlos, ohne Anmeldung. Für den privaten und schulischen Gebrauch.
Die sechs Felder, eins nach dem anderen
Jedes Feld übernimmt alle Linien des vorherigen und ergänzt sie; im sechsten steht die fertige Zeichnung. Die Reihenfolge folgt der Größe der Flächen — die größte geschlossene Fläche zuerst, die kleinste zuletzt. Das ist keine Lernmethode, sondern die Art, wie dieses Blatt gebaut wurde, und es ist das, was wir nachprüfen können.
Von uns aus einer einzigen Zeichnung abgeleitete Schrittfolge: Jeder Schritt behält die Linien des vorherigen und ergänzt sie.

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Die Eule sitzt frontal auf einem dicken Ast. Ihr Kopf trägt zwei kleine Federohren und ein aufgestelltes Büschel dazwischen; darunter liegt ein Gesichtsfeld, in dem zwei sehr große runde Augen mit ausgefüllter Pupille und hellem Punkt sitzen, getrennt von einer herzförmigen Brauenlinie. Der Schnabel ist ein kleines Dreieck. Beide Flügel liegen angelegt an den Seiten und haben je eine hellere Spitze, die Brust ist in gestaffelte Federreihen geteilt, und unter dem Ast hängen die Schwanzfedern hervor.
Die Folge beginnt mit dem Kopf: Umriss, Federohren, Büschel und Gesichtsfeld. Im zweiten Feld kommt der ganze Ast dazu, mit seinen Schnittkanten und den Ringen, die später die Zehen werden — ein ungewöhnlich früher Schritt für etwas, das nicht zum Tier gehört, und die Folge davon, dass der Ast eine sehr große Fläche ist. Feld drei setzt die beiden Augenringe und ein Paar Schwanzfedern, Feld vier ein ausgefülltes Auge, einen Flügel, die Brustfedern und beide Füße, Feld fünf das zweite Auge und zwei Flügelspitzenbänder, Feld sechs Schnabel und die letzten Federstreifen.
Beim Nachzeichnen ist die Eule das einfachste Vogelmotiv überhaupt, weil ihr Körper keine Taille hat: Kopf und Rumpf bilden zusammen eine einzige gerundete Form, ähnlich einer Birne. Wer diese Form hinbekommt, hat den Vogel. Alles Übrige liegt darin oder daran — die Augen als zwei große Kreise, die Flügel als zwei Blätter an den Seiten, der Schnabel als Dreieck in der Mitte.
Die Augengröße ist bei diesem Motiv die eine Entscheidung, die alles trägt. Auf der Vorlage nehmen die beiden Augen zusammen deutlich mehr als die Hälfte der Gesichtsbreite ein, und genau das lässt die Eule wach und ein wenig erstaunt aussehen. Kleinere Augen machen aus demselben Umriss sofort einen anderen Vogel. Wer den Eindruck verstärken will, setzt den hellen Punkt in beiden Pupillen an dieselbe Stelle — sitzt er in jedem Auge woanders, schielt das Tier.
Der Ast ist auf der Vorlage kein Strich, sondern ein Stück Holz mit zwei sichtbaren Schnittflächen an den Enden und ein paar Maserungslinien. Das ist der Grund, warum die Eule darauf zu sitzen scheint und nicht darüber zu schweben: Ein Ast mit Dicke trägt, eine Linie nicht. Wer beim Nachzeichnen abkürzen will, zeichnet wenigstens die beiden Schnittflächen als kleine Ovale — sie machen den Unterschied fast allein.
Beim Ausmalen sind die gestaffelten Brustfedern die Einladung dieses Blattes. Sie liegen wie Schuppen in Reihen übereinander, und wenn man Reihe für Reihe zwischen zwei Tönen abwechselt, entsteht ein Muster, das aufwendig aussieht und keines ist. Die Flügelspitzenbänder bleiben am besten hell, damit die Silhouette des angelegten Flügels erkennbar bleibt.
Eulen können ihre Augen nicht bewegen — die Augäpfel sitzen fest in der Augenhöhle. Weil sie trotzdem umherblicken müssen, drehen sie stattdessen den ganzen Kopf, und das erstaunlich weit. Genau deshalb wirken gezeichnete Eulen fast immer so, als würden sie einen direkt ansehen: Ihre Augen stehen nach vorn, nicht seitlich wie bei den meisten anderen Vögeln, und auf einem Bild sieht man sie deshalb praktisch immer frontal. Ein zweites Merkmal, das jede Eulenzeichnung glaubwürdig macht, ist der weiche Umriss. Eulen fliegen fast lautlos, weil ihre Federkanten ausgefranst sind und die Luft nicht anreißen; wer den Rand von Flügeln und Kopf leicht wellig statt glatt zeichnet, gibt dem Tier genau diese Eigenschaft mit, ohne dass ein Betrachter benennen könnte, woran es liegt.
Ein Wort dazu, wie die sechs Felder auf diesem Blatt entstanden sind, weil es den Umgang damit erleichtert: Sie sind nicht sechsmal einzeln gezeichnet, sondern aus einer einzigen fertigen Zeichnung abgeleitet. Ein Programm sucht darin alle geschlossenen Flächen, sortiert sie nach Größe und blendet sie der Reihe nach ein — die größte zuerst, die kleinste zuletzt. Deshalb enthält jedes Feld garantiert alles, was im Feld davor stand, und deshalb steht am Ende genau die Zeichnung, die oben auf dem Blatt zu sehen ist. Was diese Reihenfolge nicht ist: ein Unterrichtsvorschlag. Sie folgt der Fläche und nicht der Didaktik, und an mehreren Stellen kommt deshalb etwas Großes spät oder etwas Kleines früh, als es eine Zeichenlehrerin anordnen würde. Wer die Felder in einer anderen Reihenfolge abarbeitet, macht nichts falsch; das Blatt zeigt, woraus die Zeichnung besteht, und nicht, in welcher Reihenfolge sie entstehen muss.
Zur Herstellung dieser Vorlage: Der Umriss wird mit einem Bildgenerator gezeichnet und anschließend von uns von Hand geprüft — jede Datei durchläuft vor der Veröffentlichung eine automatische Kontrolle auf geschlossene, ausmalbare Flächen, saubere Linien und einen durchgehend weißen Papiergrund, und wir sehen uns jede Grafik zusätzlich selbst an. In der Zeichnung selbst steht kein einziges Wort: Titel, Bildunterschrift und — bei den Deckblättern — die Feldbezeichnungen setzen wir separat als echten, auswählbaren Text über die Grafik. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber eingescannten oder als Bild eingebauten Beschriftungen: Der Text bleibt in jeder Auflösung scharf, lässt sich von Vorlesesoftware erfassen und macht die PDF-Datei kleiner. Mehr zu unserer Arbeitsweise steht unter Quellen & Methode.
Tipp zum Drucken
- Am besten auf normalem 80-g-Kopierpapier drucken. Im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ statt „An Seite anpassen“ wählen, damit die sechs Felder gleich groß bleiben und der Raster nicht verzerrt — das Blatt ist für A4 gesetzt.
- Kopf und Körper als eine einzige birnenförmige Fläche zeichnen — die Eule hat keine Taille, und das macht sie zum einfachsten Vogel dieser Reihe.
- Die hellen Punkte in beiden Pupillen an dieselbe Stelle setzen, sonst schielt das Tier.
- Den Ast mit zwei sichtbaren Schnittflächen an den Enden zeichnen; ein Ast mit Dicke trägt, eine Linie nicht.
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