Schmetterling zeichnen — Schritt für Schritt
Ein Schmetterling von oben mit spiegelgleichen Flügeln, in sechs Feldern aufgebaut — als kostenloses A4-Blatt zum Ausdrucken.

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Schritt 6 von 6
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Die sechs Felder, eins nach dem anderen
Jedes Feld übernimmt alle Linien des vorherigen und ergänzt sie; im sechsten steht die fertige Zeichnung. Die Reihenfolge folgt der Größe der Flächen — die größte geschlossene Fläche zuerst, die kleinste zuletzt. Das ist keine Lernmethode, sondern die Art, wie dieses Blatt gebaut wurde, und es ist das, was wir nachprüfen können.
Von uns aus einer einzigen Zeichnung abgeleitete Schrittfolge: Jeder Schritt behält die Linien des vorherigen und ergänzt sie.

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Der Schmetterling ist von oben gezeichnet, mit weit geöffneten Flügeln. Die beiden oberen Flügel sind glatt gerandet und tragen runde Punkte sowie ein großes tropfenförmiges Feld; die beiden unteren Flügel haben eine gezackte Außenkante und ebenfalls Tropfen und Punkte. In der Mitte sitzen Kopf, Brustteil und ein geringelter Hinterleib, dazu zwei Fühler mit runden Enden und zwei kurze Fortsätze nach unten.
Die Symmetrie dieser Zeichnung lässt sich zählen: Von den 43 geschlossenen Flächen liegen 36 als 18 spiegelgleiche Paare links und rechts der Mittelachse, und nur sieben liegen auf der Achse selbst — Kopf, Brustteil und fünf Ringe des Hinterleibs. Genau diese sieben sind die einzigen Flächen, die man nicht zweimal zeichnen muss.
Auf dem Blatt beginnt die Folge mit den beiden UNTEREN Flügeln, samt ihren Punkten und Tropfen. Das zweite Feld setzt die beiden oberen Flügel, das dritte die großen Tropfenfelder darin, das vierte weitere Innenflächen und die gezackten Außenkanten der unteren Flügel. Im fünften Feld kommen die Bänder an den Flügelspitzen und mehrere Punkte dazu — und erst im sechsten Feld der Körper: Fühler, Kopf und der geringelte Hinterleib. Dass ausgerechnet der Körper zuletzt steht, ist die auffälligste Umkehrung dieser ganzen Reihe, und sie hat einen einfachen Grund: Er besteht aus den kleinsten Flächen des Bildes.
Wer selbst zeichnet, geht meist umgekehrt vor und beginnt mit einer senkrechten Mittellinie und dem Körper darauf. Von dieser Linie aus lassen sich die Flügel paarweise anlegen: immer erst links, dann rechts dieselbe Form, statt einen Flügel ganz fertigzustellen und dann den zweiten zu versuchen. Ein Schmetterling verzeiht viel, aber keine ungleichen Flügel — und ungleich werden sie fast immer dann, wenn man nacheinander statt paarweise arbeitet.
Für das Ausmalen ist dieses Blatt das dankbarste der Reihe, weil sich die Spiegelung ausnutzen lässt: Was links entschieden wurde, wiederholt man rechts, und jede zweite Fläche ist damit keine Entscheidung mehr. Wer es sich schwerer machen will, färbt die beiden Seiten bewusst unterschiedlich — auch das sieht bei einem Schmetterling nicht nach Fehler aus, sondern nach Absicht.
Zum Ausschneiden eignet sich dieses Motiv besser als die meisten anderen der Reihe, und zwar wegen der gezackten Unterflügel. Sie geben der Schere eine Linie, an der sie sich festhalten kann, statt einer glatten Kurve, auf der sie abrutscht. Wer den ausgeschnittenen Schmetterling in der Mitte einmal knickt und den Knick wieder öffnet, bekommt ein Tier, das sich auf eine Fensterbank stellen lässt — die beiden Flügelhälften tragen sich dann gegenseitig. Auf dünnem Kopierpapier hält das nicht lange; auf etwas festerem Papier oder auf einen Karton geklebt schon. Zwei oder drei davon nebeneinander ergeben eine Fensterdekoration, für die außer Stiften und einer Schere nichts nötig ist.
Die Symmetrie eines Schmetterlings ist nicht nur ein Zeichenprinzip, sondern ein Merkmal des Tieres selbst: Die beiden Flügelseiten tragen dasselbe Muster, weil sie in der Puppe spiegelbildlich angelegt werden. Für das Zeichnen bedeutet das eine seltene Freiheit — man kann sich das Muster einer Seite frei ausdenken und muss es nur wiederholen. Wer keine Lust auf freies Erfinden hat, kann auch den umgekehrten Weg gehen: das Blatt an der Mittellinie falten, eine Hälfte ausmalen, solange die Farbe noch feucht ist zusammenklappen und wieder öffnen. Mit Wasserfarbe entsteht dabei ein Abklatsch, der die zweite Hälfte ohne einen einzigen weiteren Pinselstrich liefert. Diese Technik ist älter als jedes Malbuch und funktioniert bei genau diesem Motiv besser als bei jedem anderen dieser Reihe, weil hier die Mittelachse ohnehin schon durch den Körper vorgegeben ist.
Ein Wort dazu, wie die sechs Felder auf diesem Blatt entstanden sind, weil es den Umgang damit erleichtert: Sie sind nicht sechsmal einzeln gezeichnet, sondern aus einer einzigen fertigen Zeichnung abgeleitet. Ein Programm sucht darin alle geschlossenen Flächen, sortiert sie nach Größe und blendet sie der Reihe nach ein — die größte zuerst, die kleinste zuletzt. Deshalb enthält jedes Feld garantiert alles, was im Feld davor stand, und deshalb steht am Ende genau die Zeichnung, die oben auf dem Blatt zu sehen ist. Was diese Reihenfolge nicht ist: ein Unterrichtsvorschlag. Sie folgt der Fläche und nicht der Didaktik, und an mehreren Stellen kommt deshalb etwas Großes spät oder etwas Kleines früh, als es eine Zeichenlehrerin anordnen würde. Wer die Felder in einer anderen Reihenfolge abarbeitet, macht nichts falsch; das Blatt zeigt, woraus die Zeichnung besteht, und nicht, in welcher Reihenfolge sie entstehen muss.
Zur Herstellung dieser Vorlage: Der Umriss wird mit einem Bildgenerator gezeichnet und anschließend von uns von Hand geprüft — jede Datei durchläuft vor der Veröffentlichung eine automatische Kontrolle auf geschlossene, ausmalbare Flächen, saubere Linien und einen durchgehend weißen Papiergrund, und wir sehen uns jede Grafik zusätzlich selbst an. In der Zeichnung selbst steht kein einziges Wort: Titel, Bildunterschrift und — bei den Deckblättern — die Feldbezeichnungen setzen wir separat als echten, auswählbaren Text über die Grafik. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber eingescannten oder als Bild eingebauten Beschriftungen: Der Text bleibt in jeder Auflösung scharf, lässt sich von Vorlesesoftware erfassen und macht die PDF-Datei kleiner. Mehr zu unserer Arbeitsweise steht unter Quellen & Methode.
Tipp zum Drucken
- Am besten auf normalem 80-g-Kopierpapier drucken. Im Druckdialog „Tatsächliche Größe“ statt „An Seite anpassen“ wählen, damit die sechs Felder gleich groß bleiben und der Raster nicht verzerrt — das Blatt ist für A4 gesetzt.
- Beim Nachzeichnen mit einer senkrechten Mittellinie beginnen und die Flügel paarweise anlegen — erst links, dann rechts dieselbe Form.
- Nur sieben der 43 Flächen liegen auf der Mittelachse; alle übrigen kommen doppelt vor. Das halbiert beim Ausmalen die Zahl der Farbentscheidungen.
- Der Körper steht auf dem Blatt erst im letzten Feld — beim eigenen Zeichnen ist er der natürliche Anfang.
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