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Abstraktes Mandala zum Ausmalen
Ein rundes Mandala aus geschwungenen Tropfen- und Blattformen ohne erkennbare Gegenstände, sechsfach gespiegelt um eine kleine Kreismitte.
Dieses Mandala baut sich aus geschwungenen Tropfen- und Blattformen mit eingerollten Enden auf, die sechsfach um eine kleine Kreismitte gespiegelt sind. Die Formen sind hier deutlich größer und weicher als beim geometrischen Mandala dieser Seite. Ein einfacher Außenkreis fasst das gespiegelte Muster ein, ohne selbst Teil der Formen zu sein. Erkennbare Gegenstände sucht man vergeblich: Es sind reine Formen, Bögen und Tropfen, die sich um die Mitte drehen, wobei jeder der sechs Abschnitte dieselbe Grundform aus Tropfen und Blatt wiederholt.
Weil keine der sechs Formengruppen ein bestimmtes Objekt zeigt, gibt es beim Ausmalen keine „richtige“ Farbwahl, an der man sich orientieren müsste — ein Tropfen kann ebenso gut blau wie orange oder grün ausfallen. Das macht dieses Mandala zu einer freien Übung im Kombinieren von Farben: Wer mag, kann mit wenigen Grundfarben experimentieren oder ein breites Spektrum ausprobieren, ohne befürchten zu müssen, dass eine Form „falsch“ grün oder eine andere „falsch“ rot wird, weil keine der Formen ein bestimmtes Objekt mit einer erwartbaren Farbe zeigt.
Die sechsfache Spiegelung teilt die Fläche in sechs Segmente, die sich unabhängig voneinander behandeln lassen. Sie können identisch gefärbt werden, sodass ein durchgehend ruhiges Muster entsteht, oder jedes Segment bekommt eine eigene Farbfolge, wodurch das Bild trotz der Symmetrie lebendiger wirkt. Für längere Ausmalsitzungen lässt sich die Arbeit dadurch gut aufteilen: ein Segment pro Sitzung, ohne dass am Ende ein Bruch im Muster sichtbar wird, solange die grobe Farbreihenfolge beibehalten wird.
Weil die eingerollten Tropfen- und Blattformen recht großzügig geschnitten sind, bietet sich diese Vorlage auch für Farbverläufe innerhalb einer einzelnen Fläche an: ein heller Ton am Rand, der zur Spitze hin dunkler wird, oder umgekehrt. Solche Verläufe brauchen mehr Fläche, um sichtbar zu werden, als sehr kleinteilige Muster bieten können — genau das liefert dieses Mandala reichlich. Der einfache Außenkreis lässt sich dabei unabhängig vom Rest behandeln: Bleibt er weiß, tritt das gespiegelte Muster als eigenständige Form hervor; wird er mitgefärbt, wirkt die ganze Fläche als ein zusammenhängendes Bild.
Die sechs Segmente entsprechen genau der Zahl der Farben in einer kleinen Buntstiftpackung, und daraus lässt sich eine Übung machen, die mehr zeigt als ein Farbschema. Wer jedem Segment eine Farbe gibt und die Segmente in der Reihenfolge Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau, Grün anlegt, hat am Ende einen geschlossenen Farbkreis auf dem Blatt: Jede Farbe grenzt an die beiden, die ihr am ähnlichsten sind, und gegenüber liegt jeweils die, die den stärksten Kontrast bildet. An einem sechsfach gespiegelten Muster ist das unmittelbar zu sehen, weil die Formen in allen sechs Segmenten dieselben sind und nur die Farbe sich unterscheidet. Wer die Reihenfolge stattdessen mischt, bekommt ein unruhigeres Bild — und der Vergleich zweier Ausdrucke zeigt den Unterschied deutlicher als jede Erklärung.
Ein Kreis lässt sich ohne Rest in sechs gleiche Winkel teilen, und genau diese Aufteilung liegt der Spiegelung dieses Mandalas zugrunde — dieselbe Aufteilung, die auch bei Schneeflocken oder manchen Blütenformen in der Natur auftaucht. Durch die runden, eingerollten Formen entsteht hier ein weicherer Gesamteindruck als bei einem geometrischen Mandala: Die Segmente wirken eher wie Wellen oder Ranken als wie ein technisches Muster. Beim Ausmalen kann diese Weichheit genutzt werden, indem benachbarte Farben sanft ineinander übergehen, statt scharf begrenzt zu bleiben — etwa mit Buntstiften, die man leicht überlappend aufträgt. Wer die Vorlage zusammen mit dem geometrischen Mandala dieser Seite ausdruckt, kann beide nebeneinander auslegen und direkt vergleichen, wie unterschiedlich sechsfache und achtfache Spiegelung wirken, obwohl beide Bilder um dieselbe Mitte aufgebaut sind.
Mandalas werden seit Langem in verschiedenen Kulturen für kunstvolle, symmetrisch aufgebaute Muster verwendet, meist mit einer klaren Mitte, von der aus sich das Muster gleichmäßig nach außen wiederholt. In den vergangenen Jahren sind Mandalas außerdem als Motiv für Erwachsenen-Malbücher populär geworden, weil das gleichmäßige, sich wiederholende Ausmalen von vielen als entspannend empfunden wird — man muss sich nicht bei jedem Abschnitt neu für ein völlig neues Motiv entscheiden, sondern führt ein einmal gewähltes Farbschema fort. Die Mandalas dieser Seite sind bewusst mit großzügigen Flächen gezeichnet, damit sie sich auch mit gewöhnlichen Bunt- oder Filzstiften gut ausmalen lassen und nicht nur mit sehr feinen Fineliner-Stiften, wie es bei manchen Erwachsenen-Mandalas mit sehr kleinteiligen Mustern der Fall ist. Das macht sie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet, je nachdem, wie viele Farben und wie viel Zeit für ein einzelnes Feld aufgewendet werden.
Zur Herstellung dieser Vorlage: Der Umriss wird mit einem Bildgenerator gezeichnet und anschließend von uns von Hand geprüft — jede Datei durchläuft vor der Veröffentlichung eine automatische Kontrolle auf geschlossene, ausmalbare Flächen, saubere Linien und einen durchgehend weißen Papiergrund, und wir sehen uns jede Grafik zusätzlich selbst an. In der Zeichnung selbst steht kein einziges Wort: Titel, Bildunterschrift und — bei den Deckblättern — die Feldbezeichnungen setzen wir separat als echten, auswählbaren Text über die Grafik. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber eingescannten oder als Bild eingebauten Beschriftungen: Der Text bleibt in jeder Auflösung scharf, lässt sich von Vorlesesoftware erfassen und macht die PDF-Datei kleiner. Mehr zu unserer Arbeitsweise steht unter Quellen & Methode.
Tipp zum Drucken
- Für die weichen Tropfenformen eignen sich Buntstifte, die sich gut vermischen und überlappend auftragen lassen, besser als Filzstifte mit scharfer, harter Kante.
- Wer alle sechs Segmente in derselben Farbreihenfolge, aber mit unterschiedlichen Farbtönen ausmalt, erhält ein Muster, das trotz der Symmetrie nicht eintönig wirkt.
- Wird zuerst nur ein einzelnes Segment fertig ausgemalt, dient es als Farbvorlage für die übrigen fünf — so bleibt die Reihenfolge der Farben auch bei einer längeren Ausmalpause im Blick.
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